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© Mara Pollak, 2018


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Mara Pollak Zurückgebaut 2018
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Zurückgebaut

Eigentlich sollte die Autobahn hier keine Kurve machen. Hat sie die letzten 50 Jahre ja auch nicht gemacht. Aber eigentlich ist das egal, denn auf dem neuen Belag rollt man besser. Ruhiger. Dann nochmal eine Kurve, die da eigentlich auch nicht sein sollte. Dazwischen liegen vier Kilometer auf denen diese Autobahn macht, was Autobahnen eigentlich nicht machen, nämlich auszuweichen.
Aber hier, zwischen Köln und Aachen weichen nicht nur Autobahnen aus, hier weichen ganze Landstriche aus: Äcker, Dörfer, Bahngleise, Schwimmbäder, Kirchen, Bäume, Tiere, Menschen, Müllhalden, Heilpflanzen. Alles. Sie müssen früher oder später der Braunkohle weichen. Früher, wenn sie ein Haus besitzen und umgesiedelt werden. Später, wenn sie Widerstand leisten und einen Wald besetzen. Hier, in einem der am dichtesten besiedelten Regionen Europas graben Energie-konzerne seit den 1950er Jahren im großen Stil nach Kohle. Und im großen Stil heißt: Dort, wo früher Menschen lebten klaffen heute knapp 500 Meter tiefe Löcher. Dort, wo einer der ältesten Urwälder Deutschland steht, gräbt sich ein 60 Meter hoher und 250 Meter langer Bagger in den Waldboden. Dort, wo bis vor wenigen Monaten nur Ackerland war entsteht ein neues Dorf - so steril wie industriegenormt.
Deutschland fördert mehr Braunkohle, als jedes andere Land der Welt. Die Braunkohle ist ineffizient, teuer und schmutzig. Und doch fressen sich die Bagger des Energieriesen RWE im Schichtbetrieb 24 Stunden am Tag und 364 Tage im Jahr weiter durch die Landschaft. Die Braunkohle hinterlässt keine Narben in der Landschaft - die Braunkohle reißt Wunden. Welche auch ein neues Eigenheim, eine neue Garagenauffahrt oder ein neuer Autobahnbelag nicht wiederherstellen können.

12 Fotografien
550mm ✕ 380mm
Publikation
280mm ✕ 400mm
20 Seiten
22 farbige Abbildungen
München, 2018